Finde DEINE ideale Verhütungsmethode

*Werbung. Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem #meineverhütung Barcamp in Kooperation mit @meinLiebesLeben by Jenapharm entstanden.

Verhütung ist für viele Frauen leider noch immer ein Mysterium. Es gibt so viele Optionen, so viele Quellen im Internet, so viele positive wie auch negative Erfahrungsberichte. Wo soll man anfangen zu recherchieren? Wie soll man herausfinden, welche Verhütungsmethode zu einem passt, ohne sie alle nacheinander auszuprobieren?

Diese Fragen habe ich mir selbst schon oft genug gestellt. Umso glücklicher war ich, als ich Anfang des Jahres die Einladung zum #meineVerhütung Barcamp erhalten habe. Denn dort sollte es genau darum gehen: Verhütung. Vorab hatte ich auch euch gefragt, was euch zum Thema Verhütung auf der Seele brennt. Gewappnet mit einer langen Liste voller Themen, die ich klären wollte, war es dann am 3. und 4. Juli endlich soweit. Wir alle – das sind Influencerinnen und Blogger, Gynäkologen und Gynäkologinnen und Experten aus dem Bereich Verhütung – trafen uns digital aus unseren Homeoffices und begannen zu diskutieren. Kennst du deinen Zyklus? Gleich die erste Frage war mir etwas peinlich, denn ich bin ganz ehrlich: zu hundert Prozent kannte ich meinen Zyklus bis vor zwei Wochen nicht. Erst als einer der Frauenärzte uns erklärte, was genau da eigentlich wann in dem weiblichen Körper passiert, ging mir ein Licht auf. Und ich frage mich beschämt: warum habe ich mich noch nie damit auseinandergesetzt? Naja, wahrscheinlich weil die letzten Jahre alles reibungslos funktioniert hat. Dabei sollte doch der weibliche Zyklus so in unseren Köpfen verfestigt sein wie das 1×1. Ich beschäftige mich so viel mit Ernährung, Sport, positiver Energie, versuche immer das Beste aus mir rauszuholen, aber weiß nicht, was eigentlich während meiner Periode in meinem Körper vorgeht? Das geht nicht! Wem es genauso geht, bekommt hier eine kurze Aufklärung:

Der weibliche Zyklus dauert etwa 28 Tage

Etwa Tage 1 – 13: Die Eizelle reift

Unser Gehirn setzt das Eibläschen-stimulierende Hormon (bzw. das Folikel-stimulierende Hormon=FSH) frei, welches das Heranreifen des Eibläschens (=Follikels) und die Produktion von Östrogenen (v.a. Östradiol) anregt. Die Östrogene sorgen dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird und der Schleimpfropf im Gebärmutterhals für Spermien durchlässig wirdDiese Zeit bis zum Eisprung ist dabei leider ziemlich variabel, so dass man mit Blick auf natürliche Familienplanung (NFP) leider nie genau vorhersagen kann, wie lange denn das Eibläschen nun genau in diesem Zyklus zum Reifwerden braucht.

Etwa Tag 14: Der Eisprung

Das Eibläschen ist nach ungefähr 14 Tagen ausgereift und der Östrogenspiegel erreicht seinen Höhepunkt. Das sorgt, zusammen mit dem LH-Peak (Höhepunkt des luteinisierenden/„gelbfärbenden“ Hormons, das die Bildung des Gelbkörpers aus der Eisbläschenhülle unterstützt, sodass im Gelbkörper Progesteron für eine ggf. eintretende Schwangerschaft gebildet werden kann) dafür, dass der Eisprung ausgelöst wird und die Eizelle befruchtet werden kann. Hier ist wichtig: Wir Frauen sind in den Tagen VOR dem Eisprung und lediglich 12-14 Stunden danach empfänglich für eine Schwangerschaft. Das heißt, wieder mit Blick auf NFP, dass man bis zum Eisprung auf Sex verzichten oder mit entsprechenden Methoden verhüten muss. Denn Spermien können fünf und manchmal sogar bis zu sieben Tage im weiblichen Genitaltrakt unter dem Einfluss von Östrogenen überleben und auch mit diesem großen zeitlichen Abstand zu einer Schwangerschaft führen.

Etwa Tag 15 – 28: Einnistung oder Absterben

Die im Eierstock verbleibende Follikelhülle wird zum Gelbkörper, der v.a. das Gelbkörperhormon (=Gestagen) Progesteron für ziemlich genau 14 Tage ausschüttet. Das bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die mögliche Einnistung einer ggf. befruchteten Eizelle vor.

Etwa Tag 28: Die Monatsblutung, falls keine Befruchtung erfolgte

Wird die Eizelle nicht befruchtet, sinkt der Progesteronspiegel ziemlich exakt 14 Tage nach dem Eisprung relativ abrupt wieder ab und die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen. Unsere Periode setzt nun ein.

Hormonphobie

Ich habe euch bereits in meinem letzten Beitrag berichtet, dass ich, seitdem ich 16 Jahre alt bin, die Pille nehme. Ich habe – außer hin und wieder ein paar Stimmungsschwankungen – keinerlei Probleme, meine Periode beschränkt sich auf höchstens zwei Tage und meine Pille vergesse ich so gut wie niemals. Warum also wechseln? Tja, wären da nicht die Hormone. Heutzutage hört man immer wieder, wie schädlich Eingriffe in den Hormonhaushalt für den weiblichen Körper sein sollen. Doch da stelle ich mir die Frage, welche ernstzunehmende Alternative es für mich gibt? Welche Verhütungsmethode ist so sicher wie die Pille, aber kommt ohne Hormone aus? Wir leben heutzutage in einer regelrechten Hormonphobie. Doch da möchte ich zuerst einmal einhaken und die Pille „in Schutz nehmen“. Denn ohne die Pille wären wir Frauen heute nie an der emanzipierten Stelle, an der wir sind. Die Pille hat zu einem großen Teil zur Emanzipation der Frau beigetragen und uns eine ganze Menge Freiheiten verschafft. Viele Frauen setzen heute die Pille ab, ohne eine passende Alternative gefunden zu haben. Bitte Mädels, macht das nicht, zumindest nicht, wenn ihr gut zurecht kommt und keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen habt, die auf die Pille zurückzuführen sind. Hinterfragt eure Quellen kritisch, wartet ab, informiert euch, lernt euch kennen und sprecht mit eurem Gynäkologen über eine geeignete Alternative. Denn Verhütung ist IMMER wichtig und sollte niemals vernachlässigt werden.

Hormone sind nicht gleich Hormone.

Ein Satz, den ich wohl nie wieder vergessen werde. Hormonelle Verhütungsmethoden enthalten zwar immer ein Gestagen oder eine Kombination eines Gestagens mit einem Östrogen, allerdings ist ihre Wirkung auf den Eisprung unterschiedlich. Bei der Kombi-Pille ist es beispielsweise so, dass die Wirkstoff-Kombination aus Östrogen und Gestagen systemisch im ganzen Körper wirkt, dabei den natürlichen hormonellen Zyklus beeinflusst und den Einsprung unterdrückt. Beim Verhütungsschirmchen, das ebenfalls zu den hormonellen Methoden zählt, ist es hingegen so, dass die verhütende Wirkung vorwiegend lokal in der Gebärmutter entfaltet wird und sowohl den natürlichen hormonellen Zyklus als auch den Eisprung in der Regel nicht unterdrückt. Was ich auch nicht wusste: Das Verhütungsschirmchen enthält kein Östrogen, sondern nur ein Gestagen. In diesem Video wird das ganze nochmal genauer erklärt:

Zudem verlinke ich euch hier die Broschüre „Sicher Verhüten – aber wie?!“, dort findet ihr noch tiefergehende Informationen. 

Lerne dich selbst besser kennen

Bevor ihr nun aber den Schritt zum Gynäkologen wagt, um mit ihm über Verhütungsmethoden zu sprechen, fragt euch erstmal selbst:

  1. Wie sieht dein aktueller Lebensstil aus? Bist du viel unterwegs? Bist du einem hohen Stresslevel ausgesetzt?
  2. Wie sieht dein Kinderwunsch aus? Planst du innerhalb der nächsten Jahre ein Kind zu bekommen?
  3. Was ist dir wichtig bei deiner Verhütungsmethode? Bist du in der Lage, jeden Tag an die Verhütung zu denken? 
  4. Ist dir ein natürlicher Zyklus wichtig? bzw. der Erhalt des natürlichen hormonellen Zyklus?
  5. Lerne schon einmal grob die verschiedenen Verhütungsmethoden kennen.

Vielleicht kannst du gleich die ein oder andere Methode ausschließen. Setzt euch genau mit euren Wünschen auseinander und besprecht diese dann mit eurem Frauenarzt. Nur so kann euch euer Arzt entsprechend euren Lebensumständen beraten. Macht euch Notizen im Handy, sollte euch unterwegs etwas einfallen, das ihr euren Arzt gerne zusätzlich fragen möchtet. So könnt ihr wichtige Dinge nie wieder vergessen.

Außerdem möchte ich euch noch den Verhütungscheck ans Herz legen. Dort könnt ihr mit Hilfe eines kleinen Quiz herausfinden, welche Verhütungsmethode gut zu euch und euren Lebensumständen passen kann. Macht doch diesen Test, bevor ihr das Gespräch mit eurer Frauenärztin sucht. So könnt ihr schon mal eine kleine Vorauswahl treffen und eure Fragen im Gespräch gezielter stellen.

Hier geht’s zum Verhütungscheck:

https://de.mycontraception.com/finde-deine-verhuetungsmethode

Denn was ich im #meineVerhütung Barcamp gelernt habe:

Jede Frau ist unterschiedlich.

So gerne ich euch hier die perfekte Verhütungsmethode präsentieren würde, muss ich euch leider enttäuschen. Denn: die gibt es nicht. Jede Frau sollte aber die richtige Verhütungsmethode finden, die am besten zu ihr passt. Aber dafür muss man sich besser kennenlernen, die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen hinterfragen und dabei auch wieder seine aktuelle Lebenssituation und vor allem die eigene Lebens- und Familienplanung reflektieren. Dabei möchte ich euch helfen. Ich möchte euch verschiedene Verhütungsmethoden inklusive der für mich relevanten Vor- und Nachteile vorstellen, damit ihr leichter eine Entscheidung treffen könnt. Dazu muss ich sagen, dass ein Vorteil aus meiner Sicht ein Nachteil für eine andere Frau sein kann – ich habe mir meine persönliche Meinung auf Basis der mir zur Verfügung gestellten Informationen gebildet, möchte euch also nicht meine Einschätzung aufzwingen oder euch sagen, dass diese oder jene die beste Verhütungsmethode ist – zu dieser Erkenntnis muss jede von euch individuell finden. Seht diesen Beitrag als Unterstützung und Diskussionsgrundlage an. Ich habe hier ausschließlich Informationsmaterialen genutzt, die von Ärzten geprüft und freigegeben sind.

Verhütungsmethoden und deren Sicherheit

Die Sicherheit einer Verhütungsmethode wird als Pearl-Index angegeben. Der Pearl-Index gibt die Zahl der Schwangerschaften an, die eintreten können, wenn 100 Frauen bzw. 100 Paare ein Jahr lang ein bestimmtes Verhütungsmittel anwenden. Eigentlich ganz einfach: Je kleiner der Wert, desto weniger Schwangerschaften sind trotz der entsprechenden Verhütung eingetreten und umso sicherer verhütet die Methode. Was mir vorab wichtig ist: Bitte informiert euch über die genauen Risiken und Nebenwirkungen bei eurem Gynäkologen des Vertrauens! Wenn ihr das noch einmal genauer nachlesen möchtet, verlinke ich euch hier die Verhütungsbroschüre der BZgA.  

Alle Informationen zu den Verhütungsmethoden habe ich aus der Broschüre „Welcher Verhütungstyp bin ich? Verhütungsmethoden auf einen Blick.“ die verlinke ich euch hier

Hormonelle Verhütung

Verhütungsschirmchen (Hormonspirale)

Das Verhütungsschirmchen wird von der Gynäkologin in die Gebärmutter eingesetzt. und gibt dort kontinuierlich eine geringe Menge an Gestagen in die Gebärmutter ab. Das Hormon führt dann zur Verdickung des Schleimpfropfs im Gebärmutterhals und verhindert so das Eindringen der Spermien. Zudem werden die Spermien in ihrer Überlebens- und Befruchtungsfähigkeit gehemmt und die Gebärmutterschleimhaut wird unter dem Einfluss des Gestagens aus dem Verhütungsschirmchen nur noch ganz flach aufgebaut, was die Einnistung einer ggf. befruchteten Eizelle allerdings (allein) nicht zuverlässig verhindert (ein Verhütungsschirmchen kann also nicht zur Notfallverhütung genutzt werden), aber was die Monatsblutung deutlich leichter machen kann. Das Verhütungsschirmchen gehört zur Langzeitverhütung, da es bis zu 5 Jahre in der Gebärmutter bleiben kann.

Pearl-Index: 0-0,5 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile:

  • Östrogenfrei
  • Langzeitwirkung bis zu 5 Jahre
  • Kein Vergessen und keine Einnahme- oder Anwendungsfehler möglich
  • Andere Medikamente haben keinen Einfluss auf die Wirkweise
  • Monatsblutung ist häufig kürzer, schwächer, seltener und weniger schmerzhaft, bis dahin, dass ggf. gar keine Monatsblutung mit einem Verhütungsschirmchen mehr auftritt
  • Natürlicher hormoneller Zyklus bleibt i.d.R. erhalten, Eisprung findet in der Regel ganz normal statt

Nachteile:

  • In den ersten 3 – 6 Monaten sind Zwischenblutungen möglich oder die Periodenblutung kann unter Umständen länger als gewöhnlich andauern
  • Erhöhtes relatives Risiko für Eileiterschwangerschaften

Kombinationspille

Die Pille gilt heutzutage noch immer als die sicherste und zuverlässigste Verhütungsmethode und ist mit knapp 7 Millionen Anwenderinnen die Verhütungsmethode Nr. 1 in Deutschland. Doch was viele nicht wissen: die Pille ist nicht gleich die Pille. Die meisten Pillen sind Kombinationspräparate. Diese enthalten in jeder Tablette zwei hormonelle Wirkstoffe – ein Estrogen und ein Gestagen. 

Pearl-Index: 0,3-9 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile:

  • Verhindert bei regelmäßiger Einnahme mit sehr hoher Zuverlässigkeit den Eisprung
  • Kürzere und schmerzfreie Monatsblutung
  • Einige Pillenpräparate haben positiven Einfluss auf Haut und Haare bzw. können auch einen positiven Einfluss auf andere zyklusabhängige Beschwerden und Erkrankungen haben

Nachteile:

  • Kann zu einigen Nebenwirkungen, wie z.B. einem erhöhten Thromboserisiko führen
  • Einnahme von weiteren Medikamenten kann die Wirkweise der Pille beeinträchtigen
  • Muss täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden

Gestagenpille und Minipille

Die Gestagenpille ist eine Alternative zur Kombinationspille und enthält nur das Hormon Gestagen. Das Gestagen sorgt dafür, dass sich der Schleim in der Gebärmutter verdickt und so keine Spermien in die Gebärmutter eindringen können. Auch die Gestagenpille verhindert meist den Eisprung, außer die echte Minipille. Dabei unterscheidet man also zusätzlich zwischen den unterdrückenden Präparaten und der Minipille, die so gering dosiert ist, dass sie den Eisprung in der Regel nicht unterdrückt. Alle Gestagenpillen werden durchgenommen und es wird nicht wie bei der Kombinationspille eine Einnahmepause gemacht. Die Minipille muss immer exakt zur gleichen Zeit eingenommen werden, um einen sicheren Verhütungsschutz zu gewährleisten, da sie – wie gesagt – den Eisprung in der Regel eben nicht unterdrücken kann und vor allem durch die Verdickung des Schleimpropfes im Gebärmutterhals verhütend wirkt.

Bei perfekter Anwendung ist der Pearl-Index von eisprungunterdrückenden Präparaten mit 0,3-1,0 (Quelle: BZgA-Broschüre) etwas besser als der der „klassischen“ Minipille mit etwa 1,5 (Quelle: BZgA-Broschüre). Unter Berücksichtigung der im Alltag auftretenden Fehler, also bei „typischer Anwendung“ steigt der Pearl-Index allerdings auf bis zu 9, und zwar bei beiden Gestagenpillen-Arten. (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile:

  • Östrogenfreies Präparat

Nachteile:

  • Kann häufiger zu Zwischenblutungen oder unregelmäßiger Blutung kommen
  • Östrogenmangelerscheinungen können auftreten: z.B. Scheidentrockenheit oder Pilzinfektionen
  • Einnahme von weiteren Medikamenten kann die Wirkweise der Pille beeinträchtigen

Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster wird selbstständig auf Bauch, Oberschenkel, Po oder die Außenseite der Oberschenkel geklebt und 1-Mal wöchentlich erneuert. Die beiden erhaltenen Hormone Östrogen und Gestagen werden über die Haut aufgenommen und verhindern so den Eisprung. Wie auch bei der Pille erfolgt nach dreiwöchiger Anwendung eine siebentägige Anwendungspause. In dieser Woche findet in der Regel die Periode statt.

Pearl-Index: 0,3-9 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile:

  • Es muss nicht täglich an die Einnahme der Verhütung gedacht werden
  • Erbrechen beeinflusst die Wirkweise nicht

Nachteile:

  • Das Pflaster ist auf der Haut sichtbar und kann Hautreizungen verursachen
  • Weitere Medikamente können die Wirkweise des Verhütungspflaster beeinflussen

Verhütungsring

Hier handelt es sich um einen flexiblen Kunststoffring mir einem Durchmesser von ca. 5 cm, welcher selbstständig in die Vagina eingeführt wird und dort für 3 Wochen bleibt. Die Hormone Östrogen und Gestagen verhindern den Eisprung. Nach der dreiwöchigen Anwendung kommt es zu einer siebentägigen Pause, in der die Periode einsetzt. Im Anschluss wird ein neuer Ring eingeführt – unabhängig davon, ab die Periodenblutung noch stattfindet oder nicht.

Pearl-Index: 0,3-9 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile:

  • Es muss nicht täglich an die Verhütung gedacht werden
  • Da Hormone nicht geschluckt werden, hat Erbrechen keinen Einfluss auf die Sicherheit

Nachteile:

  • Das Einführen des Rings bedarf einiger Übung
  • Er kann beim Sex von beiden Partnern gespürt werden
  • Weitere Medikamente können die Wirkweise des Verhütungspflasters beeinflussen

Hormonimplantat

Das Hormonimplantat ist ein etwa streichholzgroßes Kunststoffstäbchen, das von der Frauenärztin unter örtlicher Betäubung in die Innenseite des Oberarms eingesetzt wird. Es kann bis zu 3 Jahren unter der Haut bleiben und gibt währendessen kontinuierlich ein Gestagen ab, welches so den natürlichen Zyklus unterdrückt und den Eisprung hemmt. 

Pearl-Index: 0-0,5 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile: 

  • Sehr hoher Verhütungsschutz bis zu drei Jahre 
  • Es muss nicht täglich an die Verhütung gedacht werden 
  • Gute Alternative für Frauen, die Östrogen nicht vertragen 

Nachteile: 

  • Kleine chirugische Eingriffe nötig, um das Implantat einzusetzen und zu entfernen 
  • Nebenwirkungen (z.B. Zwischenblutungen) möglich
  • Einnahme von weiteren Medikamenten kann die Wirkweise beeinträchtigen

3-Monats-Spritze 

Die 3-Monats-Spritze ist ein Gestagenpräparat, welches von der Frauenärztin per Injektion verabreicht wird. So gelangen die Hormone in den Körper und schützen durch eine Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals und einen verminderten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut sowie (je nach Präparat) durch die Unterdrückung des Eisprungs drei Monate vor einer Schwangerschaft. 

Pearl-Index: 0,2-7 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile:

  • Es muss nicht täglich an die Verhütung gedacht werden 
  • Kaum Anwendungsfehler

Nachteile: 

  • Sehr hoch dosierte Hormondosierung 
  • Nebenwirkungen (z.B. Zwischenblutungen) möglich
  • Kurzfristiges Absetzen z.B. bei Kinderwunsch nicht möglich 
  • Einnahme von weiteren Medikamenten kann die Wirkweise beeinträchtigen

Hormonfreie Verhütung

Kupferspirale/-kette/-ball

Die Kupferspirale ist ein mit Kupferdraht umwickelter Körper. Sie wird von der Frauenärztin direkt in die Gebärmutter eingesetzt und gehört, wie das Verhütungsschirmchen und das Implantat zur Langzeitverhütung, da sie dort bis zu 10 Jahre verbleiben kann. Die Kupferspirale gibt ständig kleine Mengen an Kupferionen in die Gebärmutter ab, um so die Überlebensfähigkeit der Samenzellen, sowie eine ggf. bereits befruchtete Eizelle zu hemmen. Außerdem wird eine Entzündungsreaktion der Gebärmutterschleimhaut verursacht, so dass die Einnistung einer ggf. befruchteten Eizelle ebenfalls verhindert wird. Aus diesem Wirkmechanismus heraus können Kupferspiralen unter Umständen auch zur Notfallverhütung genutzt werden.

Pearl-Index: 0,4-1,5 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile:

  • Verhütungsschutz kann bis zu 10 Jahre anhalten
  • Keine Einnahmefehler, da Verhütungsmethode einmalig vom Frauenarzt direkt in die Gebärmutter eingesetzt wird
  • Hormonfrei – aber nicht Wirkstofffrei
  •  Natürlicher Zyklus bleibt erhalten

Nachteile:

  • Bei Kupferunverträglichkeit ist Einnahme ausgeschlossen
  • Periode kann aufgrund der entzündlichen Veränderungen in der Gebärmutter länger, stärker und schmerzhafter werden
  • Entzündungshemmende bzw. –modulierende Medikamente können die Verhütungssicherheit herabsetzen

Kondom

Das Kondom ist ein hauchdünner Gummischutz aus Kautschuk oder Latex, welcher den Samenerguss auffängt, sodass er nicht in die Gebärmutter gelangt. Es wird vor dem Sex selbstständig auf den erigierten Penis gezogen.

Pearl-Index: 2-18 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile:

  • Einzig möglicher Schutz gegen HIV oder andere sexuell übertragbare Krankheiten
  • Leichte Anwendung
  • Leicht erhältlich
  • Werden nur bei Bedarf angewendet, wirken nicht hormonell und greifen nicht in den natürlichen hormonellen Zyklus ein

Nachteile:

  • Kondome können bei schadhaftem Material oder durch Anwendungsfehler platzen, reißen oder verrutschen und die Sicherheit beeinträchtigen

Diaphragma

Das Diaphragma besteht aus Gummi, Silikon oder Latex und wird vor jedem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingelegt. Am besten wird es in Kombination mit einem Samenzellen abtötenden chemischen Verhütungsmittel verwendet. In der Gebärmutter sitzt es wie eine elastische Schutzwand und soll verhindern, dass die Spermien in die Gebärmutter gelangen. 

Pearl-Index: 6-18 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Vorteile: 

  • Keine Hormone

Nachteile:

  • Weniger sicher als hormonelle Methoden 
  • Anwendung bedarf einiger Übung 

Chemische Verhütung

Chemische Verhütungsmethoden gibt es in Form von Gelen, Cremes, Zäpfchen, Schaum, Schwämmchen oder Scheidentabletten, werden in der Scheide angewendet und wirken auf Spermien abtötend bzw. bilden eine chemische Barriere, gegen die Spermien weniger Chancen haben. Im Idealfall wird chemische Verhütung in Kombination mit dem Diaphragma angewendet. 

Vorteile:

  • Kann bei Bedarf angewendet werden 
  • Ohne Rezept in der Apotheke verfügbar 

Nachteile:

  • Weniger sicher als hormonelle Methoden 
  • Können erst direkt oder 10 bis 30 Minuten vor dem Sex angewendet werden und wirken nur ca. eine Stunde lang
  • Richtige Anwendung ist sehr wichtig
  • Können Reizungen oder Allergien verursachen 

Natürliche Verhütung (symptothermale Verhütung)

Bei der natürlichen Verhütung geht es darum, den Körper genau zu beobachten und anhand dessen die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Bei der Temperaturmethode wird beispielsweise nach dem Aufwachen die Temperatur der Frau bestimmt und in einen Kalender eingetragen. Bei der Schleimbeobachtungsmethode wird täglich immer zum gleichen Zeitpunkt mit dem Finger vom inneren Muttermund Schleim zwischen Fingern hinsichtlich der Spinnbarkeit getestet. Allerdings hängt die Sicherheit der Methode ganz klar von einer regelmäßigen und exakten Durchführung ab – man kann also sagen, die Methode ist immer nur so gut wie die Disziplin und Genauigkeit ihrer Anwenderin. 

Pearl-Index: 0,4-2,6 (Quelle: BZgA-Broschüre)

Aber Vorsicht: Diese Daten wurden bei Frauen erhoben, die in der Anwendung der Methode sehr gut geschult und betreut wurden. Möglicherweise lassen sie sich daher nicht auf die Anwendung unter Alltagsbedingungen übertragen.

Sterilisation

Um eine Schwangerschaft endgültig zu verhindern, kann eine Sterilisation in Erwägung gezogen werden. Bei einem operativen Eingriff werden die Eileiter undurchlässig gemacht, sodass der Weg von Eizellen durch den Eileiter zur Gebärmutter blockiert ist. Dieses operative Verfahren ist weitestgehend unumkehrbar und somit eine endgültige Entscheidung gegen eine Schwangerschaft.

Vorteile:

  • Hohe Sicherheit als Verhütungsmethode

Nachteile:

  • Allgemeine gesundheitliche Risiken einer Operation
  • Familienplanung ist nach einer Sterilisation nicht mehr möglich

Notfallverhütung

Zu guter Letzt möchte ich noch einmal auf das Thema Pille Danach eingehen. Hier habe ich bereits über die Pille Danach berichtet und sie euch grundlegend erklärt. Ich möchte euch nun nochmal darauf hinweisen, dass es sich bei der Pille Danach ausschließlich um Notfallverhütung handelt. In meiner Communityumfrage kam das erschreckende Ergebnis, dass fast 50 Prozent eine Abtreibung im Falle einer Schwangerschaft in Frage ziehen würden. Bitte denkt daran: bei guter – das heißt vor allem bei PRÄVENTIVER – Verhütung sollte Frau sich diese Frage gar nicht erst stellen müssen. Ich weiß, dass ihr alle super smarte und verantwortungsbewusste Frauen seid, aber ich glaube, man kann es nicht oft genug sagen: nehmt Verhütung ernst!

Ich hoffe sehr, dass ich euch mit diesem Beitrag einige wertvolle Informationen mitgeben konnte und ihr nun einen Schritt näher an eurer idealen Verhütungsmethode seid, falls ihr sie noch nicht gefunden habt.

Love,
Louisa

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